Bücher zum Trauern und zum Leben : Druckerei und Bibliothek im Displaced-Persons-Camp Bergen-Belsen (1945 - 1950) ; Vortrag gehalten am 3. Februar 2010 in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek

Henkel, Anne-Katrin

Im Jahr 2007 erwarb die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover zwei hebräische Nachdrucke von jüdischen religiösen Schriften, die im 19. Jahrhundert in Polen entstanden sind. Sie wurden wahrscheinlich 1947 im Displaced-Persons-Camp Bergen-Belsen produziert. Das DP-Camp diente in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1945-1950) als Auffanglage für überwiegend osteuropäische Juden und war das größte seiner Art in der britischen Besatzungszone. Bei dem Versuch, Trauerarbeit zu leisten und Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen, spielten Bücher für die überlebenden Holocaust-Opfer eine besondere Rolle. Bücher waren eine Heimat für die Juden in der Diaspora und verliehen sowohl der Trauer als auch der Über-Lebensfreude Ausdruck. Umgekehrt erwies sich der anfangs fast vollständige Büchermangel im Camp als großes Problem. In Bergen-Belsen, wie auch in anderen Auffanglagern, begannen die jüdischen Selbstverwaltungen daher schnell mit der Einrichtung von Bibliotheken und porduzierten im Lager auch eigene Drucke überwiegend politische, religiöse und historische Gebrauchsliteratur. Der Vortrag zeichnet die Geschichte der Druckerei und der Bibliothek im DP-Camp Bergen-Belsen nach und würdigt die Bedeutung der hebräischen und jiddischen Buchkultur für den Neuanfang der jüdischen Holocaust-Überlebenden nach 1945.

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Henkel, Anne-Katrin: Bücher zum Trauern und zum Leben. Druckerei und Bibliothek im Displaced-Persons-Camp Bergen-Belsen (1945 - 1950) ; Vortrag gehalten am 3. Februar 2010 in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek. gw 2010. Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.

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Rechteinhaber: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

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